In jeder Sprache gibt es das Streben zum Einen, zu Einheit hin. Solches Streben heißt Denken. Denken reguliert also jede Sprache, nicht etwa nur die philosophische. In der Sprache der Philosophie erscheint die Einheit, das Ziel des Denkens, als Sein; in anderen Sprachen als je Anderes.
Denken ist der Vollzug eines logisch strukturierten Sprechens. Denken findet keinesfalls nur in einigen Humansprachen statt, etwa der Philosophie und der Mathematik, sondern es ist das Bewegende, das eigentlich Tragende in allen Sprachen.
Jede Sprache denkt. Damit vollzieht sich in jeder Sprache eine für sie spezifische Logik. Jede Sprache ist logisch. Insoweit spricht auch jede Sprache aus eigenem Recht.
Wann würde ich sagen können: etwas ist richtig gedacht? Wenn etwas bisher Verborgenes sichtbar wird. Und wann: etwas ist richtiger gedacht? Wenn das Denken einen größeren (reichhaltigeren, weiteren, umfänglicheren) Welt-Zeit-Raum eröffnet.
Im Denken ist die physis am Werk. Denken ist sich realisierendes phyein (Aufgehenlassen).