Die Welt ist ein Gespräch

(„Dasein“, „Seiendes“ werden hier terminologisch in der durch Heidegger eingeführten Bedeutung gebraucht.)
Das vieldimensionale Netz der Sprache. Netz, zu verstehen wie Fischernetz, oder richtiger: wie ein iteriertes Fischernetz, ein Netz von Netzen. Lineare oder mehrdimensionale Elemente bilden Verbindungen zwischen Knotenpunkten, oder die Knotenpunkte sind durch lineare oder mehrdimensionale Elemente verknüpft.
Ein Netz der Sprache ist heute objektiv etwa durch das Internet repräsentiert. Da gibt es Verbindungen zwischen Knotenpunkten: Aber sind das nun die verlegten Kabel oder sind es die elektromagnetischen Felder als Träger von Botschaften, oder sind es gar die Botschaften selbst? Und dann die Knotenpunkte: Sind das die Satelliten, die die Übertragung bewerkstelligen, oder vielleicht doch die Nutzer, d. h., sind die Knotenpunkte von der Art des Daseins? Ohne Dasein gäbe es dieses Internet nicht, aber natürlich auch nicht ohne die objektiven Sprachen der Sender, Empfänger u. dgl. Im Bereich des Objektivierbaren muss offenbar vielerlei zusammenkommen, disparate Sprachen müssen sich miteinander verbinden, damit so etwas wie das Internet als Beispiel eines Sprachnetzes wirklich wird.
Entsprechendes gilt für Sprachnetze überhaupt. Auch vor dem Auftreten des Internets, schon seit Jahrhunderten gab es über die ganze Welt ausgebreitete Sprachnetze. Versuche, die Wirklichkeit solcher Netze auf das Vorhandensein einzelner Komponenten oder dgl. zu reduzieren, führen zu nichts. Das Wirkliche, das Wahre ist das Ganze.

Dasein spricht / kommuniziert mit anderem Dasein, das es im Gespräch mit ihm als solches anerkennt.
Dasein ist selbst Seiendes, das mit anderem, nicht-daseinsmäßigem Seienden kommuniziert. Partiell erkennt es dieses als solches.
Nicht-daseinsmäßiges Seiendes „spricht“ mit anderem Seienden, sei dieses daseinsmäßig oder nicht-daseinsmäßig verfasst.
Gespräche sind Sprache in actu. „Gesprächsfähig“ ist nicht nur Dasein, sondern Seiendes überhaupt.

Gespräch